18. April 2008 Paganfest in Leipzig Drucken E-Mail
Geschrieben von: KeMuBra   
Dienstag, den 22. April 2008 um 00:00 Uhr

Um 8 holt uns Jeanny’s Handy aus dem Schlaf. Die letzte Nacht hat Spuren hinterlassen. Mein Gehör hat sich teilweise verabschiedet, die Stimme hat sich auch davon gemacht und das Wiederkommen vergessen. Der Bühnenrand hat diverse Spuren hinterlassen. Aber ich habe keine blauen Flecke, zum Glück. Jeanny hat einige blaue Stellen und der Arm ist angeschwollen. Ok, jede Schlacht fordert Opfer. Davon lassen wir uns nicht beirren. Die wichtigsten Körperfunktionen stellen sich nach und nach wieder ein. Und so starten wir in den neuen Tag...

Jetzt schnell duschen, etwas überwerfen, eine rauchen gehen und dann ab zum Frühstück. Der Frühstücksraum ist massig überfüllt. Aber ich brauche jetzt dringend einen Kaffee, sonst springt der Motor nicht an. Nach dem Frühstück geht alles viel besser. Wir kramen unser Zeugs zusammen und starten gen Leipzig. Die Strecke ist relativ kurz, wir haben also keine Hast. Gegen Mittag werden wir im Hotel ankommen und Rempi aus dem Bett rollen. Sie ist mit dem Nachtzug nach Leipzig gekommen und wird sicher platt umliegen.

Kurze Pause auf einem Rasthof kurz vor Leipzig. Wir brauchen Koffeinnachschub. Und weiter geht es. Gegen 1 kommen wir im Hotel an. Ich bin immer wieder glücklich, dass es Navigationssysteme gibt. Ohne Stress rollen wir auf den Parkplatz und entern kurz später unser Zimmer. Ein riesen Hallo. Nun sind wir komplett. Vor lauter Erschrecken quatschen wir ab sofort Kauderwelsch: a new denglish is born. Ha ha ha!

The clan: Rempi, Jeanny and KerstinRempi ist noch etwas müde, aber wir quasseln sie munter. Viele Fragen, viel Freude. Um drei beschließen wir, einen Dönerstand zu suchen. Rempi ist sehr neugierig, da sie diese "deutsche" Spezialität noch nicht kennt. Wir fahren in die Innenstadt und werden auch fündig. Mit unserer Beute ziehen wir uns aufs Zimmer zurück und mampfen fleißig die Riesenteile. Nach und nach geben die ersten auf. Jeanny und ich schaffen es nicht. Zu viel ist zu viel. Rempi verdrückt ihren bis zum letzten Brotkrümel.

Then it is time for going. The Hellraiser waits. We do not want to be too late to protect our places in the first row. Indeed, today we are too early. Just three fans sit before the close gate. Dann ist es auch schon Zeit. Das Hellraiser wartet. Wir wollen nicht zu spät sein, um unsere Plätze in der ersten Reihe zu sichern. Allerdings sind wir heute zu früh. Gerade mal drei Fans sitzen vor dem verschlossenen Tor. Aber nun ist es zu spät. Das Taxi ist fort und wir hängen hier fest. Nun es muss auch in diesem hinterletzten Zipfel von Leipzig Anzeichen von Zivilisation geben. Wir schlendern die Straße entlang und landen vor einem italienischen Restaurant, was natürlich geschlossen hat und uns kein Bier anbietet. Also zurück zum Hellraiser. Kurz davor finden wir eine urige Eisenbahnerkneipe. Das Teil ist super aufgezogen. Wir quetschen uns also in ein "Abteil" und werden von einer supernetten Schaffnerin prompt mit Getränken versorgt. Thema in diesem Abteil sind  Norwegenreisen in den 30er Jahren. Ich kann mich nicht satt sehen. Wunderschöne Bilder. So kann man das Warten prima überbrücken.

Später geht es zurück zum Hellraiser, wo sich mittlerweile eine größere Heidenschar versammelt hat. Wir positionieren uns nahe am Tor und harren wieder aus. Dann endlich werden wir zum anderen Tor gelotst, das bereits offen ist. Wir kommen kaum hinterher, Rempi prescht mit Riesenschritten davon. Ok, also noch einmal Joggen. Im Hellraiser teilen wir uns auf. Jeanny und Rempi kümmern sich um unsere Stammplätze, he he, was muss das muss. Und ich bin für die Getränkeversorgung verantwortlich. Mit drei Bieren und einer Tasche voll Wasser stoße ich zu den Beiden. First Row! Der Abend kann losgehen. Ein Wehrmutstropfen: Es darf nicht geraucht werden. Das wird eine harte Schlacht heute Abend.

Mit Fotos machen ist heute nicht viel, hinter und neben mir wird gemosht was das Zeug hält. Nun gut, Kamera wieder in die Tasche und mittanzen.

Gernotshagen rüsten bereits zum heidnischen Gefecht. Es ist unbeschreiblich. Die Jungs sind unheimlich gut. Aber das wussten wir ja vorher schon ;) Askan gibt alles und wird vom Publikum frenetisch gefeiert. Und natürlich gibt es auch DEN Song von Gernotshagen: Dem Skirnir zu Ehren. Mein absoluter Lieblingssong von dieser Band.  Die Fans sind nicht aufzuhalten. Gigantisch!

Heri from TyrHeute machen Tyr den Opener. Die Tonqualität ist merklich besser. Wir vernehmen Gesang, oh Wunder. Mit Texten unterlegt, wirken die Songs natürlich unendlich viel besser.

EluveitieDann stürmen Eluveitie auf die Bühne. Heute noch um einiges energischer als gestern. Inis Mona, der Hit schlechthin.  Wieder bekommen wir die Tücken der ersten Reihe hautnah zu spüren. Die Show entwickelt sich zu einem Gefecht. Der Mosh Pit kocht. Heute ist die Bühne etwas niedriger. Welch ein Vorteil,  die nächsten blauen Flecke verlagern sich 10 cm nach unten.  Und heute wird es auch für mich nicht ohne blaue Punkte abgehen. Battle on!

Ville from MoonsorrowNach Eluveitie sind Moonsorrow dran. Auch hier große Erleichterung, kein Vergleich zum Sound gestern in Berlin. Wir vernehmen Gesang und die Songs sind einfach nur großartig!!!!

KorpiklaaniUnd dann naht der nächste Höhepunkt des Abends: Korpiklaani. Hatten wir gestern geschrieben, dass die Jungs riesig waren. Heute gehen uns die Superlative sehr schnell aus. Klaani liefern ein Humppa-Feuerwerk ab. Der Saal tobt. Zum Glück klappt auch die Frischluftzufuhr heute besser.  Zum Glück sind die Secutity Leute heute nicht so rabiat wie gestern in Berlin.  Und so müssen wir nicht ständig auf tieffliegende Fans achten. Der Ansturm auf die Bühne ist heute nämlich eher größer denn in Berlin *ha ha*

Sami from EnsiferumEnsiferum stehen am Start. Wir halten die Position. Das Intro ertönt. Janne und Emmi betreten die Arena. Dann folgen Petri, Sami und Markus. Und wieder in ihren hübschen Kilts, hi hi. Und dann bricht der heidnische Sturm über den Saal herein. Und heute kommen wir auch in den Genuß von Petri’s himmlischem Growlen.  Markus wechselt öfter die Position als sonst. Gut für uns. Wir stehen wieder ziemlich weit links. Da bekommt man ihn selten vor die Nase. Es ist unbeschreiblich. Die Jungs liefern eine heiße Show ab. Keine Ahnung welche Titel in welcher Reihenfolge liefen. Wir waren hin und weg. Lai Lai Hei, Battlesong, Treacherous Gods...

Markus from EnsiferumHeute ist es bei Enska nicht so ruhig, wie gestern in Berlin.  Das Publikum feiert die Band enthusiastisch. Vor Petri brodelt der Mosh Pit. Ein Hexenkessel! Aber der Band gefällt es. Klar, die stehen ja auch da oben...

Petri from EnsiferumUnd natürlich lässt Sami wieder einen Scherz gucken. Business as usual. Armer Markus.

Nach dem Konzert verziehen wir uns zuerst zu den Toiletten. Die lange Schlange davor lässt mich etwas erblassen. Eine weitere Schlacht nach der Schlacht. Aber wir obsiegen erneut.

Im Raum mit dem Merch-Stand steht ein Pulk Leute. Da so ziemlich alle rauchen, genehmigen wir uns ebenfalls einen Nikotinschub. Die 6 Stunden sind wie im Flug vergangen. Aber nun klatschen unsere Lungenflügel einen flotten Tango.

After the show: Jeanny, Kalle and KerstinKalle spricht mit einigen Fans. Er ist mit einer fast leeren Rotweinflasche unterwegs. Wo der Inhalt hin ist, lässt sich unschwer erraten. Er ist heute sehr gut drauf.  Neben unserem Tisch steht Jarkko im Gespräch mit einem anderen Fan.
Nachdem wir unserer Nikotinsucht gefrönt haben, zieht es uns zur nächsten Bierquelle. Frisch versorgt ziehen wir uns wieder an unseren Tisch zurück. Hier herrscht mittlerweile Partystimmung. Kalle und Teri singen ihr obligatorisches Lied. Pom porom pom pom... lei lei lei. Wir liegen fast flach. Dann folgen einige Weihnachtslieder. Die Jungs verbreiten immensen Spaß.

Rempi ist noch auf der Suche nach Band Members für ein Autogramm. Speziell natürlich Enska ;)
Sami lässt sich kurz blicken, aber er scheint nicht gut drauf zu sein. Eiligst durchquert er den Raum und bespricht etwas mit dem Mann an der Theke. Dann ist er auch schon wieder verschwunden. Im Blog können wir später lesen, dass er noch immer krank ist. Hut ab, das hat man ihm kaum angemerkt während des Auftritts.

Dann leert sich der Raum.  Der Tour-Manager beordert die Band Member zur Aftershowparty. Nun da sind wir eh nicht zugelassen.

Wir wollen noch eine Zigarette zu rauchen. Nun werden wir aber darauf hingewiesen, dass in diesem Raum Rauchverbot herrscht. Ok, so ganz verständlich ist es nicht. Aber da wir keinen Streit suchen, drücke ich meine Zigarette in dem Pulk der anderen hier gerauchten Zigaretten aus. Hilfe, was für ein Blödsinn.

Wir verziehen uns in den Bar-Bereich. Das Rauchen ist uns gerade vergangen (worden). Shit happens...  Es sind nicht mehr viele Fans in der Location. Wir suchen uns einen freien Hocker an der Bar. Noch ein Bier und einen Wein-Cola-Mix für Rempi. Wir schauen uns um.  Nee, oder? Das ist jetzt nicht die super-duper Aftershowparty?

After the show: Ville and JarkkoWir stehen lange mit Jarkko von Klaani an der Bar. Er ist wirklich außerordentlich nett. Er schwatzt mit uns und erzählt viele interessante Sachen.
Die Dreharbeiten in Budapest waren nicht für eine DVD sondern für das ungarische MTV.
Ein paar Jungs von Gernotshagen sind auch noch da. Allerdings in recht bedenklichem Zustand.
Wir erzählen Jarkko, dass wir uns über das Forum kennen gelernt haben. Er ist erstaunt. Die Anhänger kannte er auch nicht.
Dann stößt Terji zu uns. Jarkko macht seinen Spaß mit ihm. Verfeinert sein Klaani-Shirt noch etwas.

Die Mädels von Eluveitie sind ganz verzweifelt auf der Suche nach der eigentlichen Party. Es gibt ja noch immer keine Musik. Am Ende helfen sie sich selbst, summen ein Liedchen und tanzen dazu. Ja, wenn alles nichts mehr hilft muss man halt selbst ran.

After the show: Rempi, Markus and KerstinFür einen kurzen Moment taucht auch Markus von Ensiferum auf. Rempi nutzt die Chance für ein paar Fotos ;) Er ist auch sehr freundlich und unkompliziert.

Gegen halb 5 ist der Spuk vorbei. Die Bands verlassen die Location. Wir rufen uns ein Taxi und machen uns ebenfalls auf den Heimweg.

Alles in allem kann man sagen, dass Leipzig sehr viel energiegeladener war als Berlin.  Zurück im Hotel zeigt die Uhr bereits 5. Aber wir erzählen und erzählen und werten aus. Es ist 6 Uhr als wir endlich einschlafen. Um 9 ist die Nacht zu Ende.

(All pics were made by Rempi. Thank you so much dear friendLaughing)


 

Wer ist online

Wir haben 141 Gäste online

FanArea

Anmelden